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Zahnputztabletten: Zähneputzen ohne Zahncreme

Zahntabs sind der neue Trend, wenn es um ein strahlend weißes Lächeln ohne Zähneputzen geht. Mithilfe von Mikrozellulose sorgen die kleinen Tabletten für glatt polierte Zähne – und das ohne eine Zahnbürste. Laut den Herstellern reicht es, eine Tablette zu zerkauen bis diese anfängt im Mund zu schäumen. Doch was taugen die trendigen Tabs und können sie die handelsübliche Zahnpasta und -bürste ersetzen?

Portrait of beautiful with perfect smile. Isolated on white.
stock.adobe.com ©nenetus

Zahncremetabletten – Wo liegen die Vorteile gegenüber einer Zahnpasta?

Eine klassische Zahncreme benötigt viele Hilfsstoffe wie Binde-, Feucht- und Konservierungsmittel. Aus ökologischer Sicht ist die Herstellung von Zahnpasta daher eher bedenklich. Vor allem der hohe Wasserverbrauch während der Produktion und Verpackungsherstellung belasten die Umwelt ungemein. Auch sind die leeren Zahnpastatuben schwer abzubauen und landen schließlich in den Meeren der Welt.

Einzelne Firmen wirken diesem Problem mit den Zahnputztabletten entgegen. Die Tabletten benötigen keinerlei Hilfsstoffe und benötigen nur einen geringen Wasseranteil in der Produktion. Zahnmediziner warnen jedoch vor den Tabletten, da die meisten kein Fluorid enthalten und so nur bedingt für die Mundhygiene sorgen. Der Inhaltsstoff Fluorid ist fundamental für die Zahnpflege, da er verloren gegangene Mineralien, wie beispielsweise Kalzium, wieder in das Zahngitter einbaut.

 

Sind die Tabletten eine gute Alternative zur Pasta?

 

Aus ökologischer Sicht betrachtet sind sich die meisten Kritiker einig: Zahnpasta belastet die Umwelt mit einer unnötig großen Menge an Plastikmüll. Hinzu kommt der hohe Wasserverbrauch während der Herstellung der Creme. Da Zahnpasta nicht flüssig, sondern eine eher zähflüssige Substanz ist, werden ebenfalls viele Binde- und Feuchtmittel benötigt. Die Inhaltsstoffliste einer handelsüblichen Zahncreme ist lang – für Zahntabs wird hingegen nicht viel benötigt. Dabei kann man sich auf sechs Zutaten beschränken: Menthol für den frischen Atem, Kieselerde für den Abrieb, Fluorid gegen Karies, Natron zur Regulierung des pH-Wertes, Vitamin C und Tensid für das Aufschäumen beim Kontakt mit Speichel und Zellulose.

Für viele Verbraucher ist jedoch nicht nur der Aspekt des Umweltschutzes wichtig, auch die Funktionalität muss gegeben sein, damit sich ein Produkt erfolgreich behaupten kann. Seriöse Verbraucherorganisationen wie Stiftung Warentest haben verschiedene Marken verglichen und kamen zu dem Ergebnis, dass Mundhygiene nie ganz ohne Zahnbürste funktionieren kann. Denn hartnäckiger Plaque lässt sich nicht durch simples Zerkauen einer Tablette entfernen. Dazu muss mit einer Zahnbürste nachgeholfen werden. Ebenfalls ist der Preis für viele ein Kritikpunkt. Denttabs bietet eine Packung mit 380 Tabs für 19,90 Euro an, diese reichen laut Experten etwa ein halbes Jahr. Sechs Tuben Zahnpasta kosten im Vergleich die Hälfte weniger und halten je nach Nutzung sogar bei Weitem länger.

Die Tabs sind aus ökologischer und gesundheitlicher Sicht der Zahnpasta einen großen Schritt voraus. Allerdings bieten der Preis und die Funktionalität noch Verbesserungspotenzial für die Zukunft. Wer sich ein eigenes Urteil über den neuen Trend bilden möchte, kann die Tabs in Drogerien oder Apotheken käuflich erwerben.