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Wie Zahnhygiene das Schlaganfallrisiko senkt

Zum „Tag gegen den Schlaganfall“ am 10. Mai warnen Experten erneut vor Faktoren, die das Schlaganfall-Risiko erhöhen. Bei den Übeltätern ganz vorn mit dabei: mangelhafte Zahnhygiene.

Überraschende Forschungserkenntnisse

Ungenügende Pflege von Zähnen und Zahnfleisch hat Folgen, die sich nicht nur auf den Mundraum beschränken. Forscher der University of Louisville entdeckten einen Zusammenhang zwischen Zahngesundheit und der Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden. Dabei fiel auf, dass bei etwa einem Viertel der Patienten, die einen hämorrhagischen Schlaganfall erlitten, eine höhere Konzentration eines bestimmten Bakterienstamms im Speichel gefunden wurde. Es handelte sich um die Streptokokkenvariation Streptococcus mutans, dem Leitorganismus der Zahnkaries.

Unterstützt wurden die Ergebnisse durch die Forschung des Neurologen Prof. Dr. Dirk Sander, der seine Studie anlässlich des diesjährigen Aktionstags für Schlaganfallprävention veröffentlichte. Er stellte fest, dass es bei Patienten mit stärkerer Parodontose häufiger zu einem Schlaganfall kam. Eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung dagegen reduziert das Schlaganfallrisiko um fast 50 Prozent.

So erhöht Karies das Schlaganfallrisiko

Die Bakterien Streptococcus mutans produzieren ein Protein, das im Verdacht steht, an den Wänden kleiner Blutgefäße Entzündungen auszulösen. Gelangen die Keime in den Blutkreislauf, kann das zur Schwächung der Kapillaren im Gehirn führen. Platzen diese Äderchen, kommt es zum Schlaganfall. Besonders hoch ist die Wahrscheinlichkeit einer Schädigung der Blutgefäße, wenn eine Vorbelastung durch hohen Blutdruck vorhanden ist.

Risiken von schlechter Mundhygiene

Wer seine Zähne also nicht richtig pflegt und den Zahnarztbesuch unterlässt, der riskiert weit mehr als Zahnschmerzen. Beschädigtes Zahnfleisch kann eine Vielfalt von Krankheiten auslösen, darunter neben Schlaganfällen auch Arthritis und Herzkrankheiten. Keime im Mund können außerdem zu Atemwegserkrankungen führen, Parodontitis wirkt sich auf den Blutzuckerspiegel aus und hat in Extremfällen Diabetes zur Folge. Selbst neuronale Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und Demenz befinden sich zurzeit unter Verdacht, im Zusammenhang mit mangelhafter Zahngesundheit zu stehen.

Zahnpflege für Herz und Hirn

Wer Zähne und Zahnfleisch pflegt, tut also nicht nur seinem Mund etwas Gutes, sondern dem ganzen Körper. Aus diesem Grund gilt: Zweimal täglich Zähneputzen, Zahnseide und Mundspülung verwenden, Rauchen und übermäßigen Zucker vermeiden und natürlich regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt wahrnehmen. Das schmälert nicht nur das Risiko für Schlaganfälle und viele weite Erkrankungen drastisch, sondern sorgt auch für ein nachhaltig angenehmes Sauberkeitsempfinden im Mund.

Foto: fotolia  © cherryandbees